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paul vom hof über die stadt und den rest

20040520

Montag, 3. Mai 2004

Sechs Wochen Hamburg vor mir, der Frühling lässt schon ab dem Horner Kreisel vergessen, wie grau und lau die Stadt außerhalb des Wonnemonats sein kann. Die Autobahn aus Berlin mündet direkt in roten Klinkerbauten, die in der vormittäglichen Sonne strahlen. Die Stadt, nicht wirklich dem deutschen Territorium zugehörig, wird ihrem Ruf gerecht, die grünste Metropole Europas zu sein. Stadtgärtner haben die Bäume und Stauden wohl gezählt – jetzt füllen sie die Lücken zwischen den Wohnungsstapeln der östlichen Viertel.

Am Hauptbahnhof dann die Begrüßung der Medienhauptstadt: Der Blick über die Kaffeetasse auf den Hachmannplatz fängt einen Lieferwagen ein. Ein Pärchen steigt aus, öffnet die Hecktüre und lädt drei Särge aus, die es mitten auf dem Platz abstellt. Die erste Vermutung, es handle sich um Studenten, die das Recht auf Bildung beerdigen wollen oder den Hamburger Flüchtlingsrat, der die Unteilbarkeit der menschlichen Würde zu Grabe trägt, wird bei einem näherem Blick enttäuscht: Eine Promotion–Aktion für eine neue Reality-Soap inszeniert sich hier selbst. Auf den Särgen – zwei vom Konsum ermüdete Frauen haben sie inzwischen als Sitzmöbel entdeckt – steht in goldenen Lettern, dass des Abends die erste Staffel einer Fernsehserie über das Drum und Dran des menschlichen Ablebens startet. Kopfschütteln hilft wenig – ich habe schon die 90er nicht verstanden und mir einen Fernseher anzuschaffen, habe ich ohnehin gerade aufgegeben. Die Gedanken ordnet es auch nicht wirklich.


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