paul vom hof über die stadt und den rest
20040905
Dienstag, 24. August 2004
Behält Horst Mahler Recht, oder Lübke, oder Hundt? Lest mehr Storm!
Ruhig zurück gelehnt mutmaßte Horst Mahler, Ex-RAFler, heute NPD-Jurist und –Ideologe, es würde nicht mehr lange dauern, bis das System nach Kippen schreit – das Toupet abgelegt, und kurz geschoren - ungefähr zwei Jahre her. Wenn Kanzler Schröder, dem fliegenden Ei knapp entronnen, heute in Wittenberge behauptet, die Montags-Demonstranten ließen sich von Rechtsradikalen aufstacheln, hat er vielleicht noch nicht wirklich recht. Vielleicht nimmt er nur eine sich an-autobahnende Entwicklung propagandistisch vorweg. Es ist aber mehr als naheliegend, zu vermuten, wer diesen Unmut, so authentische er auch sein mag, wirklich nutzen wird. Schröder wollte in der Prignitz einen Bahnhof einweihen und die Finanzierung einer Ausbildungsstätte (3,2 Millionen Euro) zusichern.
Es war Bundespräsident Heinrich Lübke, der die Adressaten seiner Reden manchmal mit „Meine Damen und Herren, liebe Neger!“ begrüßt haben soll. Lübke, 1959-69 im Amt, Verfechter der deutschen Einheit und des Prinzips Entwicklungshilfe, vergriff sich damit auf seinen afrikanischen Reisen im Ton. Dass sich Ossis seit nunmehr 15 Jahren als „Ossis“ begrüßt fühlen, haben die Würde-Ersatzleistungen von Arbeitsamt & Co. bislang erträglich gemacht. Die „blühenden Landschaften“ von Altkanzler Kohl habe ich selbst, mit Blick auf den Marshall-Plan, noch für möglich gehalten, und für Eierwürfe auf Helmut war noch ein Juso mit Vokuhila-Schnitt zuständig. Milde Zeiten! Damals musste man den Kanzler davon abhalten, sich missverstanden zu fühlen. Heute schützt ein Großaufgebot der Polizei den Kanzler davor, richtig verstanden zu werden.
Es waren milde Zeiten, als die ersten Zweifel kamen. Was jetzt kommt? Arbeitgeber-Präsident Hundt begrüßt es, dass es mehr Beschäftigungen im Niedriglohn-Sektor geben wird. Vor nicht allzu langer Zeit war dies ein Grund für gezielte Knieschüsse. Wie sehr die schmerzen, ist mir vom Hören und Sagen bekannt. Herr Müntefering, nennt es „ungenierten Kapitalismus“. Müntibabyhasimausi: „Irgendwann nach Godesberg“ auch ein Titel!
Burkhardt Driest bestand vor knapp 30 Jahren in der NDR-Talkshow darauf, es sei unanständig, Willy Brand mit Eiern zu bewerfen. Romy Schneider gab ihm darauf einen Augenaufschlag, über den die Republik eine mehr als frivole Diskussion hatte, und meinte, „Sie gefallen mir. Sie gefallen mir sehr.“. Neidisch auf den Augenaufschlag, verbleibt mir nur, auf andere Zeiten zu verweisen.
Geschichte verläuft in Sprüngen, wiederholt sich nicht und springt zwischen dem Individuum und seiner von ihm geschaffenen Umgebung - oder so. Sprunghaft, wie ich bin, fällt mir wieder ein, dass mir neulich auf dem Prenzlauer Berg nahegelegt wurde, die deutsche Romantik hätte zum Faschismus geführt. Und das nur, weil mir im „Club der polnischen Versager“ eine Storm-Gesamtausgabe in die Hände gefallen war. Was muss ich auch die Gedichte aufschlagen! Kampf der Romantik – der Berg glaubt daran. Und für den Rest: Es gibt keine Ruhe, es gibt keine Bürgerpflicht! Montags raus, sonst machen das die anderen. Und ich will gar nicht wissen, ob die sowas können!
P:S.: Hölderlin hilft auch!
Behält Horst Mahler Recht, oder Lübke, oder Hundt? Lest mehr Storm!
Ruhig zurück gelehnt mutmaßte Horst Mahler, Ex-RAFler, heute NPD-Jurist und –Ideologe, es würde nicht mehr lange dauern, bis das System nach Kippen schreit – das Toupet abgelegt, und kurz geschoren - ungefähr zwei Jahre her. Wenn Kanzler Schröder, dem fliegenden Ei knapp entronnen, heute in Wittenberge behauptet, die Montags-Demonstranten ließen sich von Rechtsradikalen aufstacheln, hat er vielleicht noch nicht wirklich recht. Vielleicht nimmt er nur eine sich an-autobahnende Entwicklung propagandistisch vorweg. Es ist aber mehr als naheliegend, zu vermuten, wer diesen Unmut, so authentische er auch sein mag, wirklich nutzen wird. Schröder wollte in der Prignitz einen Bahnhof einweihen und die Finanzierung einer Ausbildungsstätte (3,2 Millionen Euro) zusichern.
Es war Bundespräsident Heinrich Lübke, der die Adressaten seiner Reden manchmal mit „Meine Damen und Herren, liebe Neger!“ begrüßt haben soll. Lübke, 1959-69 im Amt, Verfechter der deutschen Einheit und des Prinzips Entwicklungshilfe, vergriff sich damit auf seinen afrikanischen Reisen im Ton. Dass sich Ossis seit nunmehr 15 Jahren als „Ossis“ begrüßt fühlen, haben die Würde-Ersatzleistungen von Arbeitsamt & Co. bislang erträglich gemacht. Die „blühenden Landschaften“ von Altkanzler Kohl habe ich selbst, mit Blick auf den Marshall-Plan, noch für möglich gehalten, und für Eierwürfe auf Helmut war noch ein Juso mit Vokuhila-Schnitt zuständig. Milde Zeiten! Damals musste man den Kanzler davon abhalten, sich missverstanden zu fühlen. Heute schützt ein Großaufgebot der Polizei den Kanzler davor, richtig verstanden zu werden.
Es waren milde Zeiten, als die ersten Zweifel kamen. Was jetzt kommt? Arbeitgeber-Präsident Hundt begrüßt es, dass es mehr Beschäftigungen im Niedriglohn-Sektor geben wird. Vor nicht allzu langer Zeit war dies ein Grund für gezielte Knieschüsse. Wie sehr die schmerzen, ist mir vom Hören und Sagen bekannt. Herr Müntefering, nennt es „ungenierten Kapitalismus“. Müntibabyhasimausi: „Irgendwann nach Godesberg“ auch ein Titel!
Burkhardt Driest bestand vor knapp 30 Jahren in der NDR-Talkshow darauf, es sei unanständig, Willy Brand mit Eiern zu bewerfen. Romy Schneider gab ihm darauf einen Augenaufschlag, über den die Republik eine mehr als frivole Diskussion hatte, und meinte, „Sie gefallen mir. Sie gefallen mir sehr.“. Neidisch auf den Augenaufschlag, verbleibt mir nur, auf andere Zeiten zu verweisen.
Geschichte verläuft in Sprüngen, wiederholt sich nicht und springt zwischen dem Individuum und seiner von ihm geschaffenen Umgebung - oder so. Sprunghaft, wie ich bin, fällt mir wieder ein, dass mir neulich auf dem Prenzlauer Berg nahegelegt wurde, die deutsche Romantik hätte zum Faschismus geführt. Und das nur, weil mir im „Club der polnischen Versager“ eine Storm-Gesamtausgabe in die Hände gefallen war. Was muss ich auch die Gedichte aufschlagen! Kampf der Romantik – der Berg glaubt daran. Und für den Rest: Es gibt keine Ruhe, es gibt keine Bürgerpflicht! Montags raus, sonst machen das die anderen. Und ich will gar nicht wissen, ob die sowas können!
P:S.: Hölderlin hilft auch!
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