paul vom hof über die stadt und den rest
20050515
Donnerstag, 12. Mai 2005
www.berlin.de hat den gelben Stern entdeckt
Hallo, hallo, berlin.de!
Abgesehen von politischer Korrektheit: Wer bei der offiziellen Berlin-Internet-Präsenz eine Blick auf die Slideshow der 14 Fotos vom Stelenfeld des neueröffneten Holocaust-Denkmals werfen will, wird bei jedem zweiten Bild von einem gelben Stern unterbrochen, der formatfüllend auf die Schnäppchen eines Billigfliegers hinweist. Natürlich, alle sind wir netz-affin, aber es gibt Grenzen, sagen wir Unerträglichkeiten. Dass Werbung einmal Propaganda hieß, tröstet nicht wirklich. Selbst Lea Rosh kriegt es hin, eine unwürdige Diskussion um einen Backenzahn zu beenden - Einen Popup-Banner einfach abzuschalten, sollte möglich sein! Sonst bleibt nur noch Hirsch Glick mit: "S´hot a Volk zwischn fallendicke Wend, dos Lid geschrieben mit a Ganess in die Hend!".
P.S.: "Ganes" heißt Knarre!
Sonntag, 8. Mai 2005
Mit „Nie-Nie-Nie-Wieder-Deutschland!“ im Rhythmus der Samba-Trommel-Truppe gelingt der Durchbruch am Hackeschen Markt. Schon am Alexanderplatz war kein Durchkommen. Die offizielle Gegendemo zum NPD-Aufmarsch wird hermetisch abgeriegelt und über tausend Demonstranten streichen seit einer Stunde durch die Berliner Mitte. Ich habe lange versucht anhand der verschiedenen herumgetragenen Fahnen eine verpflichtende Marschrichtung auszumachen, aber selbst die Jungs von der DKP hatten keine konkrete Direktive. Es scheinen zwei Ringe zu sein, die die Organe um NPD und erlaubte Gegendemo gezogen haben.
Auf dem Hackeschen Markt kristallisiert jetzt die Suche nach der eigentlichen Demonstration in Anflügen einer Kundgebung. Die Samba-Truppe liefert rein akustisch eine Entschiedenheit, die in dem Sturm auf die nachlässig formierte Polizeikette endet. Die Trommler kommen mit rund 50 Leuten durch, wer nicht trommelt hat die Hände lachend über über den Kopf gereckt, dann ist Schluss. Im inneren Ring angekommen, werden sie jetzt einzeln von Beamten mit Hunden verfolgt, verlieren sich auf den Wiesen des Monbijouparks – keine Chance auch nur in Hörweite der vermuteten Demoroute der NPD zu kommen.Der Hubschraubers steht fest über dem Alexanderplatz, die Gerüchte, dass unsere nationalen Freunde gar nicht losgezogen sind, verdichten sich.
Ich treffe auf Hamburger Gesichter unter den Demonstranten: alt gewordene Antifa und Maoisten-Klüngel.
Auf der Friedrichstraße sammeln sich jetzt vor der Brücke Demonstranten. Ein paar hundert sind es schon, vom Laufen und den ersten Sommerstunden ermüdet, und entlang der Spree kommen immer mehr dazu. Auf der Brücke: eine massive polizeiliche Absperrung, sie wirkt entschieden. Als Hirschgeweih ragen die Pumpen eines Wasserwerfers über der Polizeikette. Der preußische Ikarus auf der Mitte der Brücke ist gut verdeckt.Der S-Bahn-Eingang unter der Gleisbrücke ist ebenfalls abgesperrt, nach Gesichtskontrolle dürfen Touristen noch die Treppe hoch. Als sich ein Pulk von Demonstranten davor postiert, ist auch damit Schluss. Die Beamten greifen zum Helm, die Demonstranten verstärkt zum nächsten Bier.
Dann plötzlich antifaschistische Aktion vor historisch anmutender Kulisse: vom Schiffbauer Damm aus reichen die Stahlträger der S-Bahnbrücke jugendstilig geschwungen über die Spree und gut 15 schwarzgekleidete Zwanzigjährige haben sie als Transitstrecke ins Regierungsviertel entdeckt. Die Stimmung auf Seiten der Ausgesperrten ist heiter: Lauthalser Beifall für diesen Geschmack von Seattle und erfrischend pragmatischer Aktion, verhilft den Organen zu zeitnahem Eingreifen. Etwas verblüfft blicken die Polizisten durch ihre Plastikvisiere und stellen sich vor die Stahlträger. Auf der anderen Seite des Flusses kümmern sich offenbar Zivilbeamte um die Grenzgänger.
>>> der "meckernden Hausfrau" war ein Blick ins Innere der polizeilichen Ringe vergönnt - und ein zweiter ins Gesicht ausgewälter Organe.
www.berlin.de hat den gelben Stern entdeckt
Hallo, hallo, berlin.de!
Abgesehen von politischer Korrektheit: Wer bei der offiziellen Berlin-Internet-Präsenz eine Blick auf die Slideshow der 14 Fotos vom Stelenfeld des neueröffneten Holocaust-Denkmals werfen will, wird bei jedem zweiten Bild von einem gelben Stern unterbrochen, der formatfüllend auf die Schnäppchen eines Billigfliegers hinweist. Natürlich, alle sind wir netz-affin, aber es gibt Grenzen, sagen wir Unerträglichkeiten. Dass Werbung einmal Propaganda hieß, tröstet nicht wirklich. Selbst Lea Rosh kriegt es hin, eine unwürdige Diskussion um einen Backenzahn zu beenden - Einen Popup-Banner einfach abzuschalten, sollte möglich sein! Sonst bleibt nur noch Hirsch Glick mit: "S´hot a Volk zwischn fallendicke Wend, dos Lid geschrieben mit a Ganess in die Hend!".
P.S.: "Ganes" heißt Knarre!
Sonntag, 8. Mai 2005
Mit „Nie-Nie-Nie-Wieder-Deutschland!“ im Rhythmus der Samba-Trommel-Truppe gelingt der Durchbruch am Hackeschen Markt. Schon am Alexanderplatz war kein Durchkommen. Die offizielle Gegendemo zum NPD-Aufmarsch wird hermetisch abgeriegelt und über tausend Demonstranten streichen seit einer Stunde durch die Berliner Mitte. Ich habe lange versucht anhand der verschiedenen herumgetragenen Fahnen eine verpflichtende Marschrichtung auszumachen, aber selbst die Jungs von der DKP hatten keine konkrete Direktive. Es scheinen zwei Ringe zu sein, die die Organe um NPD und erlaubte Gegendemo gezogen haben.
Auf dem Hackeschen Markt kristallisiert jetzt die Suche nach der eigentlichen Demonstration in Anflügen einer Kundgebung. Die Samba-Truppe liefert rein akustisch eine Entschiedenheit, die in dem Sturm auf die nachlässig formierte Polizeikette endet. Die Trommler kommen mit rund 50 Leuten durch, wer nicht trommelt hat die Hände lachend über über den Kopf gereckt, dann ist Schluss. Im inneren Ring angekommen, werden sie jetzt einzeln von Beamten mit Hunden verfolgt, verlieren sich auf den Wiesen des Monbijouparks – keine Chance auch nur in Hörweite der vermuteten Demoroute der NPD zu kommen.Der Hubschraubers steht fest über dem Alexanderplatz, die Gerüchte, dass unsere nationalen Freunde gar nicht losgezogen sind, verdichten sich.
Ich treffe auf Hamburger Gesichter unter den Demonstranten: alt gewordene Antifa und Maoisten-Klüngel.
Auf der Friedrichstraße sammeln sich jetzt vor der Brücke Demonstranten. Ein paar hundert sind es schon, vom Laufen und den ersten Sommerstunden ermüdet, und entlang der Spree kommen immer mehr dazu. Auf der Brücke: eine massive polizeiliche Absperrung, sie wirkt entschieden. Als Hirschgeweih ragen die Pumpen eines Wasserwerfers über der Polizeikette. Der preußische Ikarus auf der Mitte der Brücke ist gut verdeckt.Der S-Bahn-Eingang unter der Gleisbrücke ist ebenfalls abgesperrt, nach Gesichtskontrolle dürfen Touristen noch die Treppe hoch. Als sich ein Pulk von Demonstranten davor postiert, ist auch damit Schluss. Die Beamten greifen zum Helm, die Demonstranten verstärkt zum nächsten Bier.
Dann plötzlich antifaschistische Aktion vor historisch anmutender Kulisse: vom Schiffbauer Damm aus reichen die Stahlträger der S-Bahnbrücke jugendstilig geschwungen über die Spree und gut 15 schwarzgekleidete Zwanzigjährige haben sie als Transitstrecke ins Regierungsviertel entdeckt. Die Stimmung auf Seiten der Ausgesperrten ist heiter: Lauthalser Beifall für diesen Geschmack von Seattle und erfrischend pragmatischer Aktion, verhilft den Organen zu zeitnahem Eingreifen. Etwas verblüfft blicken die Polizisten durch ihre Plastikvisiere und stellen sich vor die Stahlträger. Auf der anderen Seite des Flusses kümmern sich offenbar Zivilbeamte um die Grenzgänger.
>>> der "meckernden Hausfrau" war ein Blick ins Innere der polizeilichen Ringe vergönnt - und ein zweiter ins Gesicht ausgewälter Organe.
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