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paul vom hof über die stadt und den rest

20050713

"die berge kommen erst noch"
jan ullrich

"London calling
(...) and the battle comes down
(…) and I live on the river"
The Clash

"die welt ist voller zeichen
dch für manche sind wir blind
doch wenn uns was zu krass wird,
dann woll`n wir das nicht haben
wir sind viele, und wir sind zu zweit,
wir sind 'big in berlin tonight'"
Die Sterne

Neu auch im Wedding: Auf der Osloer Straße mache ich einen gezielten Sprung zur Seite - was stehe ich auch auf dem Fahrradweg rum, la col de la Madeleine kommt erst noch - und erkenne auf der Rückfront des vorbeistrampelnden Radlers den T-Shirt-Aufdruck „Jews for Jesus“. Dann doch schon geraume Zeit im Viertel, kenne ich etliche Antisemitismen aus verschiedenen Ecken, und bin erstaunt, jetzt auf neue Allianzen zu treffen. Subtil in allen Ecken, kaum eine Tresenkante, die ich kenne, verschont mit Nachfragen im Stil: „Wusstest du eigentlich, dass, ...“ – Der Rest soll weiterhin auch unzitierbar bleiben. Ich liebe Verschwörungstheorien, beschränke sie aber ebenso liebend gerne auf die Leckerschmeck-Zusätze in ALDI-Fertiggerichte für Vegetarierinnen.
Aus Neukölln höre ich ähnliches: Plötzliche Kommentare in ehemals vertrauten Läden: „Oder bist Du Jüdin?“. Das perplexe an der Sache ist: Wenn man sich schon länger kennt, und die Familie der anderen Seite macht sich plötzlich Gedanken, wer denn damals mit wem aus der Ukraine abgehauen ist, und zum Schluss kommt, dass an dem Kommentar im ehemals vertrauten Laden etwas dran ist, genau dann kommt man zur Prozentualrechnung. Das Achtel, das Sechzehntel, das Dreiundzwanzigstel. Spätestens jetzt kommt die Einsicht in die Urheberschaft von postmoderner Algebra nach dem Abgesang der Moderne.


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